Da die Kathi ja schon kurz erklärt hat, wies bei ihr so läuft, möcht ich mal vom gerade noch andauernden Wochenende erzählen. Dieses beginnt – wie viele wissen – bereits am Freitag Nachmittag. Als die Kathi nämlich von ihrer Schulung nach Hause kam, besprachen wir unsere weitere Vorgehensweise. Das Wort Kino kam zur Sprache, aber mein Kollege Jan vom Max-Planck-Institut hat mir vorgeschlagen, doch auch zum an diesem Abend stattfindenden „Poetry Slam“ zu gehen. Wer nicht weiß, was das is: ein Wettbewerb, bei dem Gedichte und Texte vorgetragen werden, wo anschließend das Publikum über den Sieger entscheidet. Da brauchten wir nicht lange zu diskutieren – das wollten wir uns mal anSEHEN.
Die Location war die „Distillery“ in Leipzigs ja angeblich so belebten Süden. Wir hatten schnell herausgefunden, wie wir da hinkamen und machten uns rechtzeitig auf den Weg, es galt ja Sitzplätze zu ergattern. Schnell noch nach dem Weg gefragt kamen wir an ein, naja, sagen wir, sehr bescheidenes Häuschen. Das sollte die Distillery sein? Na gut, es stand drauf, aber umringt von einer riesigen Baustelle, sah die Frontwand nicht gerade einladend aus. Nach etwas Überlegen trauten wir uns dann doch hinein, wo wir in einen ebenso zweifelhaft aussehenden Innenhof kamen. Doch wir ließen uns nicht abschrecken und trauten uns noch weiter. Und dann: endlich, das SIEHT doch gleich besser aus! Schöne Ledersitze an den Seiten, eine nette Bar und hübsche Dekoration. Man darf sich eben vom Äußeren nicht beeindrucken lassen.
Besagter Jan kam mit seiner WG Mitbewohnerin und Freunden deutlich zu spät, weil sie sich verfahren hatten. Na bitte, das beruhigt einen doch irgendwie. Der Poetry Slam war wirklich toll, natürlich gabs auch schlechte Beiträge, aber die meisten waren richtig gut. Ein schöner Abend, bei dem ich lernte, dass, wenn man „schauen“, statt „sehen“ sagt, man schon als Ösi entlarvt ist, in den meisten Fällen. Aha! Deshalb übrigens die Flexionen von „sehen“ in Blockbuchstaben. Weiters (übrigens auch österreichisch) gabs wieder eine typische „Senf-zu“ Situation: Da der Jan ja spät kam, fand er in unserer Nähe keinen Sitzplatz mehr. Er fragte mich, warum hinter uns keine Stühle mehr waren. Und da man sich ja nicht den ganzen Tag darauf konzentrieren will, schön so zu sprechen, dass es auch alle verstehen, ließ ich mich zum Satz: „Da waren vorher noch zwei, aber die sind verzaht worden!“ hinreissen. Ich konnte noch schnell: „ähm, ich meine, weggestellt“ hinterherwerfen, aber die nachfolgende Diskussion war nicht mehr aufzuhalten
Am gestrigen Samstag dann hatten wir uns überlegt, mit einer von Kathis Kolleginnen auf eine Party zu gehen, bei der eine Freundin von ihr ausschenken sollte. Es wurde dann schließlich nichts draus, aber der Name des Veranstaltungsortes, „Absturz“, verheißt sowieso nichts gutes
Wir gingen dann in die Moritz-Bastei, wo es uns wirklich sehr gut gefallen hat. Mit 3 € Eintritt für Studenten (die wir ja offiziell beide noch sind
) wirklich human, gabs unterschiedliche Musik auf 3 Floors, alles in einem historischen Kellergewölbe. Sehr fein. Wir hörten sogar drei 90er-Jahre Nummern. Ob da wohl Potential ist?
Über die Uni erzähl ich ein anderes Mal, is schon wieder ein langer Eintrag geworden … Bis bald mal wieder!